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Anwalt im vertraulichen Gespräch mit einem Mandanten

Fachbereich · Betrug & Scam

Betrug & Scam – rechtliche Unterstützung bei digitalen und internationalen Betrugsfällen.

Wenn Geld, Daten oder Vertrauen durch Täuschung abgeflossen sind, zählen die ersten Stunden. Wir nehmen Ihren Sachverhalt auf, ordnen ihn rechtlich ein und zeigen Ihnen mögliche Maßnahmen – zivilrechtlich, strafrechtlich und über Ländergrenzen hinweg.

Ein bestimmtes Ergebnis können wir nicht zusagen. Eine belastbare Einschätzung Ihrer Möglichkeiten und Risiken erhalten Sie in jedem Fall.

  • Erstkontakt

    innerhalb von 24 Stunden

  • Korrespondenzadressen

    Zürich, London, Amsterdam, Forbach, Tallinn

  • Beratung

    Deutsch, Englisch, Französisch

  • Behandlung

    vertraulich und ohne Vorverurteilung

Soforthilfe

Was Sie jetzt zuerst tun sollten

Die folgenden Schritte haben sich in der Praxis bewährt. Sie ersetzen keine Prüfung des Einzelfalls, verbessern aber häufig die Ausgangslage – vor allem, weil Spuren und Zahlungswege mit jedem Tag schwerer nachvollziehbar werden.

  1. 01

    Zahlungen stoppen lassen

    Kontaktieren Sie unverzüglich Ihre Bank, Ihre Kreditkartengesellschaft oder Ihren Zahlungsdienstleister und fragen Sie ausdrücklich nach einem Rückruf der Zahlung. Je nach Zahlungsweg und Zeitpunkt kann eine Rückholung möglich sein.

  2. 02

    Keine weiteren Zahlungen leisten

    Auch nicht für angebliche Gebühren, Steuern, Provisionen oder „Freischaltungen“. Nachforderungen nach dem eigentlichen Schaden sind ein typisches Muster und erhöhen den Verlust.

  3. 03

    Kommunikation nicht löschen

    Sichern Sie E-Mails, Chats, Profile, Telefonnummern und Links, bevor Konten gesperrt oder Inhalte entfernt werden. Auch der scheinbar belanglose Verlauf kann später relevant sein.

  4. 04

    Belege und Zahlungsdaten zusammenstellen

    Transaktions-IDs, Empfängerkonten, Wallet-Adressen, Uhrzeiten und Beträge. Diese Angaben sind die Grundlage jeder Zahlungsverfolgung.

  5. 05

    Kontakt abbrechen, aber dokumentieren

    Reagieren Sie nicht weiter auf Forderungen oder Drohungen. Dokumentieren Sie neue Kontaktversuche jedoch weiterhin, statt sie zu löschen.

  6. 06

    Rechtliche Prüfung veranlassen

    Je nach Sachverhalt kommen zivilrechtliche Ansprüche, eine Strafanzeige oder beides in Betracht. Eine Prüfung kann erforderlich sein, um Fristen zu wahren und die sinnvolle Reihenfolge der Schritte festzulegen.

Wichtig: Diese Hinweise sind allgemeine Informationen und ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall. Welche Maßnahmen tatsächlich sinnvoll und zulässig sind, hängt vom konkreten Sachverhalt ab.

Was gilt als Betrug?

Zwischen Enttäuschung und Straftat

Nicht jedes gescheiterte Geschäft ist ein Betrug. Der Straftatbestand des Betrugs (§ 263 StGB) setzt voraus, dass jemand vorsätzlich täuscht, dadurch bei einer anderen Person einen Irrtum hervorruft, diese Person deshalb über ihr Vermögen verfügt und dadurch ein Vermögensschaden entsteht – und dass die Täuschung dem Zweck diente, sich oder Dritte rechtswidrig zu bereichern.

Fehlt eines dieser Elemente, bedeutet das nicht, dass Sie rechtlos sind. Häufig bestehen daneben oder stattdessen zivilrechtliche Ansprüche, etwa aus Vertrag, aus unerlaubter Handlung oder aus ungerechtfertigter Bereicherung. Umgekehrt kann ein Vorgang strafrechtlich relevant sein, ohne dass die Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche wirtschaftlich sinnvoll wäre. Welche Richtung trägt, lässt sich erst nach Sichtung der Unterlagen beurteilen.

Der Begriff „Scam“ wird umgangssprachlich weiter verwendet als der juristische Betrugsbegriff. Er umfasst auch Massenphänomene, bei denen Täter über Plattformen, Callcenter und Konten in mehreren Staaten arbeiten. Für die rechtliche Bearbeitung ist deshalb meist nicht nur die Einordnung des Verhaltens wichtig, sondern auch die Frage, wo Vermögen liegt und welche Rechtsordnung darauf Zugriff erlaubt.

Ob diese Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen, ist eine Frage der Beweislage. Eine Prüfung kann erforderlich sein, bevor Anzeige erstattet oder Ansprüche geltend gemacht werden.

Prüfschema in vier Schritten

  1. 1

    Täuschung

    Wurden falsche Angaben gemacht oder wesentliche Umstände verschwiegen?

  2. 2

    Irrtum

    Hat diese Täuschung eine falsche Vorstellung über die Tatsachen erzeugt?

  3. 3

    Vermögensverfügung

    Wurde deshalb gezahlt, überwiesen, übertragen oder freigegeben?

  4. 4

    Vermögensschaden

    Ist dadurch ein wirtschaftlicher Nachteil entstanden?

Beweise & Zahlungswege

Beweissicherung und Zahlungsverfolgung

Zwei Arbeitsstränge entscheiden in Betrugsfällen häufig über die Erfolgsaussichten: eine saubere Beweislage und die Frage, wohin das Geld tatsächlich geflossen ist. Beides lässt sich mit der Zeit schwerer rekonstruieren – frühes Handeln kann daher einen Unterschied machen.

Ordnen von Unterlagen, Kontoauszügen und Transaktionsdaten
Vollständige Unterlagen statt Bildausschnitte: Screenshots mit Datum und URL, E-Mails samt Kopfzeilen, Transaktions-IDs und eine chronologische Übersicht des Ablaufs.

Beweissicherung

Sichern Sie Unterlagen so, dass sie später nachvollziehbar und verwertbar sind.

  • Vollständige Screenshots mit Datum, Uhrzeit und sichtbarer URL – nicht nur Bildausschnitte
  • Original-E-Mails samt technischer Kopfzeilen exportieren, nicht abfotografieren
  • Chatverläufe als Datei oder Archiv sichern, bevor Konten gesperrt werden
  • Zahlungsbelege, Transaktions-IDs, Empfängerdaten und Wallet-Adressen
  • Namen, Rufnummern, Profile, Firmen- und Registerangaben der Gegenseite
  • Eine chronologische Übersicht des Ablaufs mit Beträgen und Kontaktzeitpunkten

Verändern Sie Originaldateien nicht und legen Sie Kopien getrennt ab. Auch bereits gelöschte Inhalte sind manchmal noch rekonstruierbar – erwähnen Sie sie deshalb.

Zahlungsverfolgung

Welche Wege in Betracht kommen, hängt vom Zahlungsmittel und vom Zeitablauf ab.

Überweisung und SEPA
Ein Rückruf über die Bank kann je nach Zeitpunkt und Empfängerbank möglich sein. Bei Auslandszahlungen ist zusätzlich die dortige Bank einzubinden.
Kreditkarte
Ein Chargeback-Verfahren kann in Betracht kommen. Hier gelten enge Fristen, die je nach Kartensystem unterschiedlich ausfallen.
Zahlungsdienstleister
Käuferschutz- und Meldeverfahren können genutzt werden. Eine Ablehnung im Erstbescheid schließt weitere Schritte nicht aus.
Kryptowährungen
Transaktionen sind grundsätzlich nachvollziehbar. Ob Handelsplätze Mittel auf Ersuchen einfrieren, richtet sich nach ihrem Sitz und der jeweiligen Rechtslage.
Konten im Ausland
Die Zusammenarbeit mit örtlichen Kanzleien und Behörden kann erforderlich sein. Unser Netzwerk deckt Deutschland, Großbritannien, Estland, Frankreich und die Niederlande ab.

Ob und in welchem Umfang Mittel gesichert oder zurückgeführt werden können, hängt vom Einzelfall ab. Ein Ergebnis kann nicht zugesagt werden.

Zivil- & Strafrecht

Zivilrechtliche Ansprüche und strafrechtliche Aspekte

Beide Wege verfolgen unterschiedliche Ziele und können sich sinnvoll ergänzen. Welche Kombination in Ihrem Fall trägt, ist eine Frage der Beweislage, der Vermögenslage der Gegenseite und der beteiligten Rechtsordnungen.

Zivilrechtlich

Ziel: Ausgleich Ihres Schadens

Ziele

  • Rückzahlung geleisteter Beträge
  • Schadensersatz für weitergehende Nachteile
  • Unterlassung und Beseitigung, etwa bei Fake-Webseiten

Rechtliche Grundlagen

Mögliche Grundlagen sind vertragliche Ansprüche, § 823 und § 826 BGB sowie die ungerechtfertigte Bereicherung nach § 812 BGB.

Mögliche Maßnahmen

  • Anspruchsschreiben mit Fristsetzung
  • Auskunfts- und Herausgabeansprüche gegenüber Dritten
  • Einstweiliger Rechtsschutz zur Sicherung von Vermögen
  • Klage und, je nach Sachverhalt, Vollstreckung im Ausland

Die Beweislast liegt grundsätzlich bei der geschädigten Partei. Ob eine Durchsetzung wirtschaftlich sinnvoll ist, sollte vorab geprüft werden.

Strafrechtlich

Ziel: Verfolgung der Täter und Sicherung von Vermögen

Ziele

  • Einleitung behördlicher Ermittlungen
  • Zugriff der Behörden auf Konten und Daten
  • Sicherstellung von Vermögenswerten

Rechtliche Grundlagen

In Betracht kommen unter anderem § 263 StGB (Betrug), § 263a StGB (Computerbetrug), § 269 StGB (Fälschung beweiserheblicher Daten) und § 261 StGB (Geldwäsche).

Mögliche Maßnahmen

  • Strafanzeige mit strukturierter Sachverhaltsdarstellung
  • Antrag auf Akteneinsicht als Verletzter
  • Adhäsionsverfahren zur Geltendmachung im Strafverfahren
  • Anregung eines Vermögensarrests

Über Einleitung, Umfang und Ausgang der Ermittlungen entscheiden die Behörden. Ein bestimmter Verlauf kann nicht vorhergesagt werden.

Warum die Reihenfolge wichtig ist

Häufig laufen beide Wege parallel. Eine Strafanzeige kann Erkenntnisse zugänglich machen, die zivilrechtlich sonst schwer zu beschaffen wären – etwa über Akteneinsicht. Umgekehrt kann ein zu früher zivilrechtlicher Schritt Vermögen in Bewegung setzen, bevor es gesichert ist. Wir stimmen die Reihenfolge deshalb auf den Einzelfall ab, statt schematisch vorzugehen.

Vertrauen. Erfahrung. Ergebnis.

Recht kennt keine Grenzen. Vertrauen kennt Lösungen.

In unserem Video erläutern wir, wie ein internationaler Betrugsfall aus rechtlicher Sicht abläuft – von der ersten Sichtung der Unterlagen bis zur Abstimmung mit Behörden und Banken im Ausland. Sie sehen, welche Fragen wir im Erstgespräch stellen, wie wir Beweise ordnen und weshalb die Reihenfolge der Schritte über die Erfolgsaussichten mitentscheidet. Wir sprechen offen darüber, was in solchen Verfahren realistisch ist und was nicht: Manche Zahlungswege lassen sich nachvollziehen, andere nicht; manche Vermögenswerte lassen sich sichern, andere sind bereits weitergeleitet. Genau deshalb beginnt unsere Arbeit mit einer nüchternen Einschätzung statt mit Versprechen. Je nach Sachverhalt zeigen wir Ihnen anschließend mögliche Maßnahmen auf – zivilrechtlich, strafrechtlich oder in Kombination – und benennen Aufwand, Risiken und Kosten transparent, bevor Sie entscheiden.

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Anwältinnen und Anwälte von Settelmayer und Kollegen bei der Fallbesprechung

Team

Ihr Team für Betrugs- und Scam-Verfahren

Betrugsfälle mit Auslandsbezug erfordern zwei Kompetenzen gleichzeitig: Wirtschaftsstrafrecht und internationale Zivilprozessführung. Bei uns arbeiten beide Bereiche an einem Tisch, damit Anzeige, Zahlungsverfolgung und Anspruchsdurchsetzung nicht gegeneinander laufen. Ihre Ansprechperson bleibt während des gesamten Mandats dieselbe.

  • Schwerpunkt Wirtschaftsstrafrecht

    Strafanzeigen, Akteneinsicht und Begleitung behördlicher Ermittlungen.

  • Grenzüberschreitende Verfahren

    Koordination mit Partnerkanzleien in Europa und Vollstreckung im Ausland.

  • Beratung in Ihrer Sprache

    Deutsch, Englisch und Französisch – ohne Umweg über Dritte.

  • Feste Ansprechperson

    Ein Mandat, eine verantwortliche Anwältin oder ein verantwortlicher Anwalt.

Die namentlichen Profile mit Schwerpunkten, Ausbildung und Sprachen finden Sie auf der Teamseite. Berufsbezeichnungen und Zulassungen werden erst nach Verifizierung veröffentlicht.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Betrug und Scam

Die Antworten geben den Rahmen wieder, in dem wir arbeiten. Was in Ihrem Fall gilt, hängt vom Sachverhalt ab.

Mandat anfragen

Lassen Sie Ihren Fall prüfen – nüchtern, vertraulich und ohne Vorleistung.

Schildern Sie uns kurz, was passiert ist. Wir sichten Ihre Unterlagen, ordnen den Sachverhalt ein und zeigen mögliche Maßnahmen auf. Sie erhalten eine klare Einschätzung der Aussichten und Risiken sowie eine transparente Kostenübersicht, bevor Sie entscheiden.

  • Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden
  • Keine Kosten ohne Ihre ausdrückliche Freigabe
  • Vertraulich und anwaltlich verschwiegen

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